Archiv: The Nu Band:  „The Cosmological Constant - Dedicated To The Memory of Roy Campbell, Jr.“

Samstag, 18. November 2017, 20.00 Uhr

Aula des Schulhauses Stadtbaumgarten

Platzreservation und Auskünfte engi.andrea@sunrise.ch Tel. 081 252 32 66

Das seit der Jahrtausendwende bestehende Quartet der bereits etwas angegrauten Jazz-Koryphäen, welche auszogen, um gemeinsam und ohne Bandleader High-Class-Avantgarde-Musik zu machen, gehört weiterhin zum verrücktesten, was der Jazz Club Chur seinem Publikum bieten kann. Die riesige Erfahrung der vier Musiker, von denen jeder sich überaus erfolgreich in zahlreichen Projekten als Komponist, Bandleader oder Sideman weltbekannter Jazz-Stars in verschiedensten, teils archaischen, aber auch allerneuesten Stilrichtungen des Jazz und der neuen Musik hervorgetan hat, zeitigt verblüffende Ergebnisse. Für Spannung und Dynamik ist gesorgt. Vom Dixieland bis zum Experiment werden da alle nur denkbaren Elemente sachkundig verarbeitet. Das ist einfach Weltklasse.

  

Audio Samples: www.lougrassi.com/NuBandAudioSamples.html

 

Besetzung:

Thomas Heberer trumpet, Mark Whitecage altosax, clarinet,  Joe Fonda bass, Lou Grassi drums, percussion 

 

Die  ziemlich schräge und in umwerfender Weise die gesamte Jazzgeschichte aufwühlende NU BAND haben wir dem Churer Publikum bereits 2005 und 2007 und 2014 präsentiert, 05 und 07 mit dem leider 2014 plötzlich verstorbenen Roy Campbell, danach mit dem nicht minder exzellenten Thomas Heberer. 

 

Joe Fonda, ein echter Rumpelstilz, ist ausserhalb der Nu Band schon 2001 und 2015 als einfallsreicher Bassist der Gruppe "Conference Call" mit Gebhard Ullmann, Michael Jefry Stevens und 2001 mit dem Schlagzeuger Han Bennink, 2015 mit George Schuller aufgetreten, und ferner 2003, 2012 und 2017 mit der grossartigen "Fonda/Stevens Group" mit Michael Jefry Stevens, Herb Robertson und Harvey Sorgen.


Profile

 

Thomas Heberer, geb. 1965 in Schleswig, studierte 1984-87 an der Musikhochschule Köln unter Manfred Schoof. Er war Lehrbeauftragter der Musikhochschule Frankfurt/Main (1993-97) und 2007 Gastdozent am kanadischen Banff Centre, ferner Repräsentant Deutschlands bei der EBU Big Band (1998). Vor seinem Umzug nach New York City (2008) war er 12 Jahre lang Mitglied der Begleitband für die Harald Schmidt Show, welche in dieser Zeit an mehr als 1000 TV Shows beteiligt war. Das Wuppertaler Tanztheater verwendet in seinen von Pina Bausch choreographierten Stücken "Für die Kinder von gestern, heute und morgen" (2002) sowie "Ten Chi" (2004) Musik aus den unter Heberers Pseudonym T.O.M. erschienenen CDs Stella bzw. Mouth. Insgesamt hat Heberer mehr als 50 CDs als Sideman und ein Dutzend CDs unter eigenem Namen aufgenommem, u.a. mit Aki Takase, Alex von Schlippenbach, Enrico Rava, David Murray und Han Bennink. Zu hören war er auch mit Attila Zoller, Joachim Kühn, Evan Parker, Charlie Mariano, David Moss, Oliver Lake, Albert Mangelsdorff und Tomasz Stanko. Heberer wurde 1990 der SWR-Jazzpreis und, gemeinsam mit seinem langjährigen musikalischen Partner Dieter Manderscheid, der Preis der Deutschen Schallplattenkritik zuerkannt, letzterer für das extrem schräge Album "Chicago Breakdown – The Music of Jelly Roll Morton". Als Mitglied von Misha Mengelbergs und Han Benninks Instant Composers Pool (ICP) gewann er 2002 den begehrten Down Beat Critics TDWR-Poll, ausserdem 2004 den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik mit der Aki Takase Band.

 

Der unaufhörlich erfindungsreiche Saxophonist Mark Whitecage, geb. 1937, spielte schon 1955 mit Eric Dolphy, was ihn stark prägte. Nach dem Armeedienst arbeitete er in den 60er Jahren in New York, zeitweise zusammen mit dem Klarinettisten Perry Robinson. Durch Robinson lernte er Gunter Hampel kennen. In dessen Galaxie Dream Band blieb er für 10 Jahre und spielte dabei auch mit Enrico Rava, Anthony Braxton und der phänomenalen Sängerin Jeanne Lee. Auch gehörte er in der damals prominent besetzten New Yorker Loft Szene zum eisernen Bestand. Es entstanden Platten mit Arthur Blythe, Charles Tyler u.a.m. Verschiedentlich trat er mit Paul Bley auf. 1976 spielte er zusammen mit Darius Brubeck Dave Brubeck-Hits. In den 80er Jahren trat er in Gruppen um Perry Robinson auch mit Tony Scott, Kenny Davern, Eddie Daniels und Dewey Redmann in Erscheinung. Ab 1995 war er in Gruppen um Anthony Braxton zu hören, auch als gefeierter Solist in dessen Oper "Trillium R". Später trat er mit Joe McPhee, Steve Swell und Marshall Allen auf.

 

Der versierte Bassist Joe Fonda, geb. 1954 in New York, absolvierte das renommierte Berklee College. 1982-1984 war er Bassist und Tänzer in der Sonomama Dance Company. International vor allem bekannt geworden ist er dann durch seine Tätigkeit in verschiedenen Gruppen von Anthony Braxton, mit welchen er auch zahlreiche CD's eingespielt hat, inkl. Oper Trillium R. (1984 - 1999). Ferner ist er Co-Leader der Fonda/Stevens Group. Zu hören war er auch mit Archie Shepp, Pheeroan AkLaff, Perry Robinson, Kenny Barron, Charlie Persip, Curtis Fuller, Herb Robertson, Barry Altschul, Chico Hamilton, Gerry Hemingway und Lou Donaldson. Verewigt ist er auch auf Dutzenden von CDs. Beim JAZZ CLUB CHUR ist Joe Fonda, ein echter Rumpelstilz, ausserhalb der Nu Band schon 2001 und 2015 als einfallsreicher Bassist der Gruppe "Conference Call" mit Gebhard Ullmann, Michael Jefry Stevens und 2001 mit dem Schlagzeuger Han Bennink, 2015 mit George Schuller aufgetreten, und ferner 2003, 2012 und 2017 mit der grossartigen "Fonda/Stevens Group" mit Michael Jefry Stevens, Herb Robertson und Harvey Sorgen.

 

Der grossartige und extrem schnelle Schlagzeuger Lou Grassi, geb. 1947, hat sich international als Jazzmusiker traditioneller wie avantgardistischer Spielweisen des Jazz etabliert: In den frühen 70er Jahren arbeitete er in experimentellen Gruppen um Sheila Jordan und Jimmy Garrison, welche Musik, Tanz, Sprache und visuelle Kunst miteinander verbanden. Zum 100sten Geburtstag des legendären Ragtime-Pianisten Eubie Blake spielte er 1983 vor grossem Publikum, zu dem auch der damalige US-Präsident Reagan gehörte, in einer Ragtime-Formation in der New Yorker St. Peter's Kirche. Seit 1984 leitet er die "Dixie Peppers", eine auf Swing und Dixieland spezialisierte Gruppe. 1989 war er auf Europa-Tournee mit dem bekannten Swingmusiker Warren Vaché. Danach gab es Auftritte und Projekte mit Charles Gayle, Perry Robinson, Gunter Hampel, Marshall Allen und anderen berühmten Avantgardisten. Seit 1994 arbeitet er in der progressiven New Yorker Avantgarde-Gruppe "The Improviser's Collective". Mit ihr gelangte er als einer der originellsten, kreativsten und versiertesten Drummer in dieser Sparte zu weltweiter Anerkennung. Auch hat er sich über Jahrzehnte als Begleiter und Komponist in der Musical- und Modern Dance Szene einen ausgezeichneten Ruf erworben. Auf zahlreichen CD's ist er zudem zu hören mit John Tchicai, Steve Swell, Sheila Jordan, William Parker, Andreas Böttcher, Roswell Rudd, Burton Green u.a.m.  Mehr Infos, Fotos, Musikbeispiele: www.lougrassi.com