Conference Call

Samstag, 10. Nov. 2018, 20.00 Uhr,

Aula des Schulhauses Stadtbaumgarten

Platzreservation und Auskünfte engi.andrea@sunrise.ch Tel. 081 252 32 66

Gebhard Ullmann tenorsax, bassclarinet

Michael Jefry Stevens piano

Joe Fonda bass

Dieter Ulrich drums

 

Die Band Conference Call existiert seit 1998 und geht zurück auf die Zeit als Ullmann und Stevens in Park Slope (Brooklyn) Nachbarn waren. In Kritiken wird sie als Organismus bezeichnet, der komplex und ausbalanciert im einen Moment und voller Feuer im nächsten ist, der sich in allen Dimensionen und zudem in der eigenen Zeit und derjenigen der Musikgeschichte hin und her bewegt. Über die Jahre hat sich ein einzigartiger Bandsound etabliert, und das Quartett wird in den USA in letzter Zeit häufig als eine der führenden working units des zeitgenössischen Jazz bezeichnet. Conference Call ist ein kooperatives Projekt und mit 7 CD-Veröffentlichungen und über 20 Tourneen auf beiden Seiten des Atlantiks eine äusserst aktive und präsente Band.

 

Beim JAZZ CLUB CHUR gastierte Gebhard Ullmann 1998 mit seiner grossen Formation "Tà Lam Neun" feat. Hans Hassler, 2001 mit Conference Call (Michael Jefry Stevens, Joe Fonda und Han Bennink), 2005 mit Basement Research (Argüelles, Swell, Cleaver und John Hebert) und 2015 mit dem Scott DuBois Quartet und erneut mit Conference Call. 2018 mit Basement Research. "The Fonda/Stevens Group" war 2003, 2012 und 2017 mit dem Trompeter Herb Robertson und dem Schlagzeuger Harvey Sorgen bei uns. Michael Jefry Stevens war ausserdem 2008 mit dem Sänger Miles Griffith und 2010 mit der Sängerin Joyce Cobb hier zu hören, Joe Fonda 2005, 2007 und 2017  mit "The NU Band".

 

Gebhard Ullmann wurde 1957 in Bad Godesberg geboren, studierte in Hamburg und lebt seit 1983 in Berlin. Später ging er als professioneller Komponist, Saxophonist (Sopran & Tenorsaxophone), Bassklarinettist und Floetist (Piccolo, Concert, Alto und Bassfloeten) nach New York. Er gilt als eine der führenden Musikerpersönlichkeiten sowohl der Berliner als auch der internationalen Szene und hat 50 CDs als leader oder co-leader auf renommierten Labels wie Black Saint / Soul Note (Italien), Leo Records (England), Between The Lines (Deutschland), 482 Music (USA), CIMP Records (USA), Songlines Recordings (Kanada), Intuition Records (Deutschland) und NotTwo Records (Polen) veröffentlicht. Für seine Arbeit erhielt er viele Preise darunter den Julius Hemphill Composition Award (’99), den Preis der Deutschen Phonoakademie (’83), den Jazzpreis des SWF (’87) und mehrere Preise und Stipendien der Stadt Berlin (’90er). Die zweite CD seines ‚Ta Lam‘ Projekts wurde von der Deutschen Schallplattenkritik 1995  als beste Jazz CD des Jahres nominiert. Seine CDs ‚Final Answer‘ (2002) und ‚The Bigband Project‘ (2004) wurden vom renommierten Magazin Downbeat unter den besten 10 CDs des jeweiligen Jahres aufgeführt. Ullmann bereiste mit seiner Musik sowohl Europa als auch Afrika und Nahost, die USA, Australien, Neuseeland, Südostasien, Kanada und Mexiko. 1993 wurde Ullmann vom renommierten Jazzlabel Soul Note unter Vertrag genommen und lebt seitdem zeitweise in New York. Seine Veröffentlichungen wurden von der Kritik auf beiden Seiten des Atlantiks gefeiert und erreichten Top-Positionen in den amerikanischen Radio-Jazz-Charts. 2005 wurde er im Critics Poll des Downbeat zum ersten Mal in der Kategorie ‚Rising Star‘ nominiert. Ullmann arbeitete mit Paul Bley, Andy Emler, Han Bennink, Satoko Fujii, William Parker, Barry Altschul, Herb Robertson, Marvin ‚Smitty‘ Smith, Laurent Cugny, Ellery Eskelin, Bob Moses, Keith Tippett, Frank Gratkowski, Sergeij Starostin, Tiger Okoshi, Bobby Previte, Ernst Ludwig Petrowsky, Glen Moore, Trilok Gurtu, Ab Baars, Lauren Newton, Andrew Cyrille, Sylvie Courvoisier, Steve Swell, Lee Konitz, Alexander v. Schlippenbach, Hans Hassler, Willem Breuker, Tom Rainey, Enrico Rava, Michael Riessler, Rita Marcotulli, Michael Moore, Bob Stewart, Tony Malaby, Drew Gress, Michael Rabinowitz, Bob Stewart, Dieter Glawischnig, Matt Wilson, Ivo Papasov, dem Ensemble „Percussion De Guinee“, dem europaeischen Radioorchester und vielen anderen.

 

Michael Jefry Stevens, geb. 1951 in New York, steht heute fest und als grosser Könner auf zwei Säulen: Er pflegt modernen Mainstream Jazz einerseits und kreative improvisierte Musik anderseits. Bis es soweit war, hat er lange gebraucht. Selbstverständlich war er schon immer Musiker und empfing seine ersten Pianostunden schon als 5-jähriger Bub. Als er 8 Jahre alt war, zog die Familie nach Florida. Jahrelang machte er dann Rock & Roll und spielte Farfisa Orgel. Mit zunehmender Begeisterung befasste er sich mit Jazz. 1980 kam er nach New York zurück. Dort studierte er intensiv und lange bei Sir Roland Hanna, Jimmy Heath und Donald Byrd am Queens College. Oft war er in dieser Zeit auch auf Tournee, zunächst mit der Gruppe Liquid Time des legendären Saxophonisten Marc Whitecage, dann 1988-90 als Co-leader mit dem exzellenten Mosaic Sextet (mit Dave Douglas, Mark Feldman, Michael Rabinowitz, Joe Fonda und Harvey Sorgen). Es folgten Auftritte, nationale und weltweite Tourneen und mehr als 80 CD-Produktionen mit eigenen und fremden Bands, so mit dem Stevens, Siegel & Ferguson Trio, mit der Fonda-Stevens Group (12 CDs ab 1992 bis heute), mit Conference Call, mit The Equinox Trio (mit Dominic Duval), mit dem Duo Haiku (mit Mark Feldmann), mit dem Griffith/Stevens Quartet und mit so bekannten Musikern, wie Gerry Hemingway, Dave Liebman, Valery Ponomarev, Leo Smith, Perry Robinson, Matt Wilson und Cecil Bridgewater. Seine rege Lehr- und Kompositionstätigkeit ist belegt durch zahlreiche Auszeichnungen, Engagements und Arbeiten: über 320 Kompositionen für Pianosolo, Gesang, Streichquartette, Combos, Big Bands usw. tragen seinen Namen, er gab Workshops in Argentinien, Mexiko und Liechtenstein, er unterrichtete 1990-92 am Five Towns College, beim renommierten Wettbewerb "Monaco International Jazz Composition" erhielt er 1998 den 2. Preis, er gab 2002 Kurse an der Royal Academy in Dänemark und ab 2002 am Rhodes College in Memphis, 2007 erhielt er  einen "Professional Development Support Grant" von der Tennesee Art's Commission, 2009 wurde er "Steinway" Performing Artist. In neuester Zeit war er tätig mit den Gruppen Eastern Boundary Quartet aus Ungarn (mit  Balazs Bagyi und Mihaly Borbely), the "Brain Inventory Trio" aus Finnland (mit Esa Pietila und Juho Laitenen), dem Ewald Hügle Quartet (mit Christian Weber und Dieter Ulrich) sowie mit einem Quartett um Brian "Breeze" Cayolle aus New Orleans. Auf seiner CD (2014) mit dem Wendy Jones Quartet sind 11 Kompositionen von ihm zu hören.

 

Joe Fonda, geb. 1954 in Amsterdam/New York, studierte anfangs der 1970er Jahre Bass an der Berklee School of Music. 1979-85 arbeitete er  im Creative Musicians Improvisors Forum von Leo Smith und war Bassist im American Tap Dance Orchestra von Brenda Bufalino. 1982-86 war er Bassist und Tänzer bei der Sonomama Dance Company. 1984-99 tourte er weltweit in verschiedenen Bands von Anthony Braxton. 1994 bis 1999 war er zudem im Vorstand, ab 1997 als Vorsitzender, der bedeutenden Tri-Centric Foundation und Mitglied des von Braxton geleiteten, zeitweise 38-köpfigen Tri-Centric Orchestra. An der Premiere von Braxtons Oper "Shalla Fears for the Poor" in New York spielte er 1996 den Bass. 2001-11 war er musikalischer Leiter des Connecticut Composers and Improvisers Festival. Seit Jahren ist Fonda auf unzähligen Tourneen und mit CD-Produktionen beschäftigt mit der Fonda-Stevens-Group, mit Conference Call sowie mit The Nu Band, The Fab Trio und Bottoms Out. Sehr präsent, auch an zahlreichen Festivals, war er insbesondere in den USA, in Kanada, in Europa und in Asien. Mit der Gruppe From the Source ist er unterwegs mit der Steptänzerin Brenda Bufalino, der Sängerin Vicki Dodd und drei Jazzmusikern. Besonders spannend ist seine Gruppe The Off Road Quartet, in welcher Musiker aus 4 Ländern ihre verschiedenen Kulturen aufenanderwirken lassen: Xu Fengxia aus China, Carlos Zingaro aus Portugal und Lukas Niggli aus der Schweiz. In weiteren Auftritten und Tourneen war Fonda auch zu hören mit Archie Shepp, Mark Whitecage, Ken McIntyre, Lou Donaldson, Bill and Kenny Barron, Perry Robinson, Dave Douglas, Curtis Fuller, Bill Dixon, Han Bennink, Bobby Naughton, Randy Weston, Carla Bley, Barry Altschul, Herbert Joos und Billy Bang.

 

Dieter Ulrich, geb. 1958 in Zürich, 1965 bis 1980 Klavierstudium bei Irma Scheichet, daneben autodidaktisches Schlagzeugspiel. Erste Erfahrungen als Co-Leader verschiedener Bands mit Harald Haerter. Professioneller Einstieg mit den Gruppen "Puls" und Omri Ziegele Quartett. Studium der Kunstwissenschaft und der Geschichte des Mittelalters. Nationalfonds-Stipendium 1991-93. Seither Publikationen im Bereich Skulptur des 18. und 19. Jahrhunderts sowie zur Klassizismustheorie. Von 1983 bis zu dessen Tod 1995 Zusammenarbeit mit Urs Blöchlinger, ausserdem Konzerte und/oder Aufnahmen, mit Omri Ziegele, Glenn Ferris,  Luten Petrowoski, Tom Varner, Nathaniel Su Trio, Werner Lüdi Sunnymoon, Trevor Watts, Lindsay  L. Cooper, Christoph Gallio, Christoph Baumann, Jacques Siron, Urs Voerkel, Alfred Zimmerlin, Co Streiff, Jürg Solothurnmann, Vinny Golia u.a., sowie mit eigenen Formationen. Auftritte in Willisau, Zürich, Genf, Berlin, Köln, Donaueschingen, Mailand, Grenoble sowie weltweit zwischen Archangelsk, Madagaskar, Bangalore und Moskau. Seit 1986 zahlreiche musikszenische Produktionen mit Daniel Mouthon und Alfred Zimmerlin. 1988 Werkbeitrag und Einladung ans Jazz-Festival Zürich mit "The Remaining to the Left" (Dieter Ulrich Quartet). 2002/03 Live-Musik-Filmprojekt "pane per tutti" mit Christoph Baumann, Jacques Siron, Lucilla Galeazzi und Gianluigi Trovesi. Mitglied diverser CH-Bands, z.B. Noisy Minority, Chris Wiesendander Trio und Christoph Grab Quartett. Co-Programmacher des Zürcher "Unerhört"-Festivals und des Jazzclubs Allmend in Oberengstringen. Mit Gabriela Friedli erscheint demnächst eine Intakt-CD.


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